
Konten mehrerer europäischer Banken aggregieren: Der vollständige Leitfaden
Erfahren Sie, wie Sie Konten mehrerer europäischer Banken mithilfe von PSD2 und Open Banking sicher aggregieren können.
Für Unternehmen wie für Privatpersonen ist es üblich geworden, Konten bei mehreren europäischen Banken zu führen. Niederlassungen in verschiedenen Ländern, Lieferanten, die in unterschiedlichen Währungen bezahlt werden, aufgeteilte Sparkonten zur Risikobegrenzung: Die Multibanking-Situation erschwert die Liquiditätsüberwachung. Die Kontenaggregation begegnet diesem Bedarf, indem sie Salden und Transaktionen aus mehreren Instituten in einer einzigen Oberfläche zusammenführt. Dieser Artikel erklärt, wie diese Technologie funktioniert, welcher regulatorische Rahmen sie in Europa umgibt und welche Punkte Sie vor der Einführung beachten sollten.
Was ist Bankkontenaggregation?
Die Kontenaggregation besteht darin, Finanzinformationen aus verschiedenen Konten, die manchmal bei unterschiedlichen Banken geführt werden, automatisch auf einem einzigen Dashboard zusammenzuführen. Konkret verbindet sich ein Aggregationsdienst mit Ihren Bankinstituten, ruft Salden und Transaktionshistorien ab und präsentiert diese dann in harmonisierter Weise.
Dieser Ansatz steht im Gegensatz zur separaten Abfrage jedes Online-Bereichs. Anstatt sich nacheinander bei mehreren Portalen anzumelden, erhält der Nutzer eine aktualisierte Gesamtübersicht. Für ein Unternehmen, das in mehreren Ländern der Eurozone oder der Europäischen Union tätig ist, erleichtert dies den Bankabgleich, die Überwachung der konsolidierten Liquidität und die Buchhaltungsvorbereitung.
Für wen ist Multibanking-Aggregation geeignet?
Mehrere Profile profitieren von der grenzüberschreitenden Aggregation:
- Für multinationale Konzerne und KMU, die Konten in mehreren Mitgliedstaaten führen;
- Für Selbstständige und Freiberufler, die europäische Kunden abrechnen und Zahlungen in verschiedenen Währungen erhalten;
- Für Finanzabteilungen, die ihre Liquidität konsolidieren möchten;
- Für Privatpersonen, die Ersparnisse und Girokonten auf mehrere Banken verteilen.
Der europäische Regulierungsrahmen: PSD2 und Open Banking
Die Kontenaggregation in Europa basiert auf der Zweiten Zahlungsdiensterichtlinie, bekannt als PSD2 (im Englischen PSD2), die 2018 in Kraft getreten ist. Dieser Text hat ein entscheidendes Prinzip eingeführt: Banken müssen autorisierten Drittanbietern mit der ausdrücklichen Zustimmung des Kunden den Zugriff auf die Informationen seiner Zahlungskonten ermöglichen.
Die PSD2 unterscheidet insbesondere zwei Kategorien von Drittanbietern, die für die Aggregation nützlich sind:
- Die Kontoinformationsdienstleister (AISP, Account Information Service Providers), die Kontodaten abrufen und aggregieren;
- Die Zahlungsauslösedienstleister (PISP), die Überweisungen auf Anforderung des Nutzers auslösen.
Dieser Rahmen hat das sogenannte Open Banking hervorgebracht: die kontrollierte Öffnung von Bankdaten über Programmierschnittstellen (APIs). Ein als AISP von einer zuständigen Behörde, wie der ACPR in Frankreich oder ihrem Äquivalent in einem anderen Mitgliedstaat, zugelassener Aggregator kann seine Tätigkeit dank des europäischen Passes in der gesamten Union ausüben.
Die Rolle der Zustimmung
Der Datenzugriff setzt eine klare und zeitlich begrenzte Zustimmung des Kontoinhabers voraus. Die Regulierung sieht im Allgemeinen eine regelmäßige Erneuerung dieser Zustimmung vor. Der Nutzer behält die Möglichkeit, seine Genehmigung jederzeit zu widerrufen, wodurch die Datenerfassung durch den Aggregator unterbrochen wird.
Wie funktioniert die Aggregation technisch?
Die moderne Aggregation stützt sich hauptsächlich auf die von den Banken im Rahmen der PSD2 bereitgestellten APIs. Wenn ein Nutzer ein Konto verknüpft, wird er in der Regel zur Authentifizierungsoberfläche seiner eigenen Bank weitergeleitet, um den Zugriff zu validieren. Dieser Schritt wird von einer starken Kundenauthentifizierung (SCA, Strong Customer Authentication) begleitet, einem weiteren Pfeiler der PSD2 zur Erhöhung der Sicherheit.
Bank-APIs und Interoperabilitätsstandards
Um die Verbindung zwischen Instituten und Anbietern zu erleichtern, sind in Europa mehrere Standardisierungsinitiativen entstanden, wie der von vielen französischen Banken genutzte STET-Standard oder der auf dem Kontinent weit verbreitete Berlin Group-Rahmen. Diese Standards zielen darauf ab, das Austauschformat zu harmonisieren, doch es bestehen weiterhin Unterschiede von Bank zu Bank, was die Abdeckung und Stabilität der Verbindungen beeinflussen kann.
Der Fall des Web Scraping
Vor der Verbreitung von APIs haben einige Aggregatoren Daten abgerufen, indem sie sich anstelle des Nutzers in die Kundenbereiche einloggten, eine Technik, die als Screen Scraping bezeichnet wird. Die PSD2 hat diese Praktiken reguliert und die Nutzung dedizierter Schnittstellen gefördert, die als sicherer und stabiler gelten. Viele Dienste bevorzugen heute offizielle APIs.
Die Vorteile der grenzüberschreitenden Aggregation
Die Zentralisierung europäischer Konten bietet mehrere konkrete Vorteile für die tägliche Finanzverwaltung.
Eine konsolidierte Liquiditätsübersicht
Ein globaler Saldo in nahezu Echtzeit hilft, Liquiditätsbedarfe zu antizipieren und unerwartete Überziehungen zu vermeiden. Für ein in mehreren Ländern tätiges Unternehmen vereinfacht diese Konsolidierung die Finanzsteuerung, ohne auf monatliche Kontoauszüge warten zu müssen.
Zeitersparnis für die Buchhaltung
Die Aggregation speist oft Buchhaltungs- oder Verwaltungstools. Automatisch importierte Transaktionen erleichtern den Bankabgleich, die Kategorisierung von Ausgaben und die Vorbereitung von Erklärungen. Gekoppelt mit Mechanismen wie der elektronischen Rechnungsstellung oder der Re
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